15. Juli 2020

Frauen in Führungspositionen

Chancen und Vorteile für Unternehmen

Frauen sind in Führungspositionen noch immer seltener als Männer vertreten. Laut statistischem Bundesamt lag 2017 die Quote der Frauen in Führungsposition bei 29,2 Prozent. Dabei machen Frauen die Hälfte der Erwerbstätigen aus. Frauen bewerben sich auch seltener auf Spitzenpositionen, aber warum ist das so?

Gläserne Barriere

Einer der Gründe für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen ist die sogenannte „gläserne Barriere“, die Frauen am Aufstieg hindert: Vielen Frauen fehlt tatsächlich der Zugang zu den eher von Männern dominierten Netzwerken in Spitzenpositionen. Denn oftmals ist es so, dass Männer in Spitzenpositionen bevorzugt auch Männer als ihre Nachfolger fördern, die ähnliche Eigenschaften haben wie sie selbst. So bekommen Frauen oftmals gar nicht die Chance für eine Führungsposition. Eigentlich hätte es wirtschaftliche Vorteile, wenn mehr Frauen Chefinnen wären, denn Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil in der Führung auch höhere Gewinne erzielen.

„Think-Manager-Think-Male“-Effekt

Ein entscheidender Grund für die niedrige Frauenquote in Führungspositionen sind noch immer starke Geschlechtsrollenstereotype. Wenn wir an eine typische Führungskraft denken, fallen uns meist Eigenschaften ein, wie Durchsetzungsfähigkeit, Dominanz, Kompetenz, analytisches Denken und Ehrgeiz. Diese Eigenschaften gelten als stereotyp männlich. Weiblich stereotype Eigenschaften sind z.B. Wärme, Fürsorge, Empathie, Wertschätzung und Bescheidenheit.

Geschlechtsstereotypen beeinflussen unbewusst unsere Wahrnehmung von Führungskompetenz und den Berufserfolg von Männern und Frauen. Untersuchungen zeigen, dass als maskulin wahrgenommene Personen auch automatisch als führungskompetenter eingeschätzt werden. Dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Feminin wahrgenommene Merkmale werden hingegen als weniger führungskompetent eingeschätzt. So wird z.B. eine Frau oder ein Mann, der/die viele weiblich zugeschriebene Eigenschaften aufweist, als deutlich weniger führungskompetent eingeschätzt als jemand der viele männlich stereotype Qualitäten erfüllt.

Backlash-Effekt für Frauen in Führung

Diese Geschlechtsrollenstereotype verhindern stark die Auswahl weiblicher Führungskräfte. Dies lässt sich mit dem sogenannten Backlash-Effekt erklären. Laut der Theorie befinden sich Frauen in einem Dilemma: Wenn eine Frau zu stark dem weiblichen Stereotyp entspricht und z.B. warmherzig und fürsorglich ist, wird sie zwar als sympathisch wahrgenommen, aber auch als nicht so kompetent – was ein Grund wäre sie nicht einzustellen.

Ist eine Frau andererseits sehr kompetent, erfüllt sie zwar die Erwartungen an eine Führungskompetenz und somit männliche Stereotypen. Das führt allerdings dazu, dass sie ihrem weiblichen Stereotyp nicht entspricht und ihr demnach weibliche Eigenschaften abgesprochen werden und sie somit als weniger sympathisch wahrgenommen wird. Dies wäre ebenfalls ein Grund sie nicht einzustellen.

Frauen bewegen sich also stets auf einem schmalen Grad, wenn sie eine Führungsrolle einnehmen möchten. Die Stereotypen auszubalancieren ist hier die Herausforderung. Damit sie nicht vom Backlash-Effekt getroffen werden ist es für sie wichtig, neben ihrer fachlichen Kompetenz noch weitere typisch weibliche Qualitäten, wie z.B. Wärme und Fürsorge zu erfüllen. Dieser Effekt sorgt für ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen und macht deutlich, dass es für Frauen erheblich schwieriger ist eine Führungsposition zu erlangen: Es kann nämlich ein doppelter Standard entstehen, der für Frauen, aber nicht für Männer gilt. Um in eine Führungsposition zu gelangen müssen Frauen männliche UND weibliche Führungsqualitäten aufweisen. Männer hingegen müssen hauptsächlich das Kriterium der männlichen Führungsqualität erfüllen, um als effektiv und positiv bewertet zu werden.

Frauen, die es in Führungspositionen geschafft haben, erfahren aufgrund des Backlash-Effekts häufig Ablehnung und Feindseligkeit auf der Arbeit. Das ist für sie natürlich sehr unangenehm und kann ebenfalls konkrete wirtschaftliche Folgen, wie z.B. ein geringeres Gehalt und schlechtere Chancen auf eine weitere Beförderung haben.

Was können Frauen konkret tun, um ihre Chancen zu verbessern?

Transformationale Führung:

Ein Führungsstil, der viele stereotyp weibliche Qualitäten betont und auch allgemein als sehr effektiv und sinnvoll gilt, ist der transformationale Führungsstil. Diese Art von Führung zeichnet sich durch vier Komponenten aus: 1. Inspirierende Motivation, 2. Den Mitarbeitern ein Vorbild sein, 3. Kreatives und innovatives Denken stimulieren, 4. Auf individuelle Bedürfnisse eingehen und unterstützen.

Viele Untersuchungen zeigen, dass dieser Führungsstil nicht nur für Frauen in Führungspositionen vorteilhaft ist, sondern Unternehmen generell profitieren. Studien in diesem Bereich zeigen auf, dass Frauen im Vergleich zu Männern transformationaler führen und dass dieser Führungsstil mit einer hohen Effektivität der Führungskraft einhergeht.

Durch einen transformationalen Führungsstil bei weiblichen Führungskräften kann der Backlash-Effekt umgangen werden. Dies kann in der Praxis z.B. so aussehen, dass die Führungskräfte ihre Mitarbeitenden in Entscheidungen miteinbeziehen und auf das allgemeine Wohlbefinden achten.

Aktiv sein in Netzwerken

Um die gläserne Barriere zu sprengen ist es für Frauen wichtig vor allem in gemischten Netzwerken aktiv werden. So können Sie einen leichteren Zugang zu Führungspositionen erhalten. Viele Frauen können sehr gut netzwerken und sie können diese Stärke wunderbar zu ihrem Vorteil nutzen. Ein weiterer Pluspunkt des Vernetzens ist, dass sie durch ein stabiles Netzwerk Halt und Unterstützung bekommen und so besser mit Herausforderungen und Belastungen umgehen können. Die ist gerade bei Führungsaufgaben wichtig.

Glaubens- und Bewertungsmuster transformieren

Die Innere Haltung sowie Glaubens- und Bewertungsmuster sind essenziell für die Durchsetzungsstärke von Frauen. Das eigene Selbstbild und Rollenbild zu transformieren ist eine ständige und wichtige Aufgabe jeder Führungskraft. Dies kann durch effektive Tools unterstützt werden. Dazu erfahren Sie mehr in unseren Seminaren und Coachings.

Äußere Haltung

Unsere Körperhaltung und Erscheinung vermittelt unserem Gegenüber einen ersten Eindruck. Gerade wenn es um Führungspositionen geht, ist eine gewisse Ausstrahlung und Präsenz von Vorteil. Hier gibt es in der äußeren Haltung einige Basics, auf die Sie achten können, um einen guten ersten Eindruck zu machen und als kompetenter wahrgenommen zu werden:

  • Aufrechte Körperhaltung
  • Blickkontakt
  • Deutliche Modulation
  • Gezielte Gestik

 

Sie möchten Ihre Rolle als Frau in der Führung stärken? Wir unterstützen Sie gerne durch unsere Online- und Präsenz-Trainings bzw. Coachings. Hierzu passende 1-2 tägige Präsenz oder Online Seminare in diesem Bereich sind z.B.:

Seminar: Rolle als Frau in der Führung

Seminar: Selbstsicherheit

Wenn Sie intensiv eintauchen möchten, bieten wir auch eine aufeinader aufbauende Reihe mit 5 Präsenz- und Online-Modulen für weibliche Führungskräfte zu folgenden Themen an:

  1. Rolle als Frau in der Führung
  2. Innere Haltung
  3. Körpersprache
  4. Rhetorik
  5. Souverän und durchsetzungsstark

Seminarprogramm Frauen führen mit Erfolg

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Peren und Partner bietet Seminare, Trainings und Coaching in den Bereichen Kommunikation, Führung, Gesundheit und Mindset an. Wir sind überwiegend in Bonn, Köln, Koblenz, NRW aber auch bundesweit unterwegs.